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Nicht selten werden Anlageentscheide "aus dem hohlen Bauch" heraus, aufgrund von Werbung oder auf Basis gutgemeinter Ratschläge getroffen. Bei diesem Vorgehen entsteht nur allzu leicht ein Sammelsurium von Anlagen, das nicht dem Bild einer solide gebauten Vermögenspyramide zu entsprechen vermag. Vielmehr erschwert das Fehlen einer übergeordneten Strategie die Übersicht und verhindert sowohl den effizienten Umgang mit Anlagerisiken, wie auch die Beachtung steuerlicher Konsequenzen. Als direkte Folge davon reduziert sich das Renditepotential des Anlagevermögens. Unter solchen Umständen können Lebensziele und Wünsche, die ja eigentlich im Vordergrund stehen sollten, nur unzulänglich anvisiert und erreicht werden.
Nachfolgend werden die wichtigsten Parameter einer sorfältigen Anlageplanung beschrieben und die zusätzlichen Links führen jeweils zu neuen Seiten, die ein angesprochenes Thema vertieft behandeln. | Oft wird argumentiert, dass je nach Neigung eines Anlegers mehr oder eben weniger Risiken in Kauf genommen werden könnten. Aus solchen Betrachtungen resultieren dann Anlagestrategien mit Namen wie zum Beispiel "konservativ", "ausgewogen" oder "dynamisch", die sich durch die Höhe des Anteils an Aktien unterscheiden. Dabei wird dem Grundsatz der Risikominimierung aufgrund breiter Diversifikation (Streuung der Anlagen) im allgemeinen vorbildlich nachgelebt. Dieses Vorgehen lässt aber zwei Aspekte ausser acht: Erstens bergen Vermögensanlagen nicht nur das Risiko, dass aufgrund von Wertschwankungen Verluste entstehen. Sie sind zusätzlich von der Geldentwertung (Teuerung) betroffen und werden - jeweils unterschiedlich - besteuert. Dass diese Faktoren die Nettowertentwicklung von Anlagen massgeblich beeinflussen, das zeigen entsprechende Langzeitanalysen in aller Deutlichkeit auf. Zweitens lassen sich die Risiken von im Wert schwankenden Anlagen wie zum Beispiel Aktien in einer Momentaufnahme nur unzulänglich definieren. Sämtliche uns bekannten Langfriststudien, die sich mit der Entwicklung verschiedener Aktienmärkte befassen, kommen zum Schluss, dass dem Zeithorizont bei der Geldanlage hohe Wichtigkeit beigemessen werden sollte. Das Risiko, mit Aktien nicht eine Rendite zu erzielen, die massgeblich über derjenigen von Obligationen liegt, sinkt bei sehr langem Anlagehorizont nämlich gegen Null.
Jede sorgfältige Vermögensplanung ist mit dem Problem konfrontiert, Zielsetzungen in Einklang bringen zu müssen, die sich widersprechen. Es handelt sich dabei um das bekannte magische Dreieck der Geldanlage, dessen Eckpunkte die folgenden sind:
- Liquidität, d.h. Verfügbarkeit der Gelder.
- Rendite. Damit sollten stets Renditen unter Berücksichtigung der Teuerung und der Steuern gemeint sein (Nettorenditen).
- Risiko. Damit sind vor allem Schwankungsrisiken gemeint.
Wenn der Liquidität von Anlagegeldern Priorität beigemessen wird, dann kann leider nicht davon ausgegangen werden, dass eine akzeptable Nettorendite erzielt werden kann. Dies hat mit den spezifischen Merkmalen von Geld- und Sachwerten zu tun. Erstere, wie z.B. Oligationen, unterliegen im allgemeinen einer unvorteilhaften Besteuerung, bei Sachwerten wie Aktien stellen die Schwankungsrisiken das Problem dar. Würden Anlagegelder, die kurzfristig wieder zur Verfügung stehen müssen, in schwankungsanfällige Anlagen wie Aktien investiert, so bestünde die Gefahr, dass solche Anlagen zu einem ungünstigen Zeitpunkt (z.B. nach einem Crash) liquidiert werden müssen. Kapitalverluste wären die Folge. Dem Versuch, diesem Risiko durch Vorhersage der kurzfristigen Bewegungen des Aktienmarktes zu entrinnen, ist selten Erfolg beschieden.
Entgegen den Versprechungen meist dubioser Geschäftemacher existiert die risikolose, hoch rentierende Anlage, bei der die Gelder erst noch jederzeit ohne Verlust zurückgezogen werden können, leider nicht. Unsere übersicht des Anlageuniversums enthält daher unter anderem auch eine schematische Risikoklassifizierung, eine Einteilung in Anlagekategorien und Anhaltspunkte bezüglich der empfohlenen Anlagezeiträume.
Im Bezug auf die Anlagestrategie, kommt der Beantwortung, welches der künftige Liquiditätsbedarf sein wird, in jeder Phase des Lebenszyklus eine hervorragende Bedeutung zu. Hat zum Beispiel ein 35-jähriger Familienvater die feste Absicht, bei nächster sich bietender Gelegenheit Wohneigentum zu erwerben, so wäre es verfehlt, die dafür vorgesehen Eigenmittel in Aktien zu investieren. Priorität hat in diesem Falle eben die Liquidität der Gelder und nicht eine möglichst hohe Rendite. Hat der gleiche Familienvater jedoch Gelder angespart, die er für seine frühzeitige Pensionierung mit 55 Jahren zu verwenden gedenkt, so wäre die Anlage in liquide Geldwerte ebenso verfehlt.
Noch grössere Wichtigkeit kommt der Liquiditätsfrage im Rahmen der Pensionierungsplanung zu. Falls falsche Anlageentscheide den jungen Mann in obigem Beispiel daran hindern, eine Liegenschaft zu erwerben oder sich frühzeitig pensionieren zu lassen, dann ist das sicher schade. Falls aber einem Rentner aufgrund ebensolcher Fehlentscheide die für die Finanzierung des gewohnten Lebensunterhaltes benötigen Mittel nicht mehr zur Verfügung stehen, so ist die Situation mit einem "schade" bestimmt nicht angemessen beschrieben.
Bei einem jüngeren Anleger richtet sich der Liquiditätsbedarf meist an Lebenszielen aus, die es zu einem bestimmten Zeitpunkt zu finanzieren gilt. Der Lebensunterhalt wird durch das Einkommen bestritten und durch das gezielte Ausnutzen des Zinseszinseffektes kann auch mit kleinem Einsatz langfristig ein sehr ansprechendes Kapital geäufnet werden. Bei einem Rentner jedoch liegt das Gewicht im allgemeinen eher in der Sicherstellung des lebenslänglich benötigen Einkommens. Damit die in Frage kommenden Einkommensquellen möglichst effizient genutzt werden können, dafür wird im Rahmen einer vorsichtigen und sorgfältigen Etappenplanung gesorgt.
Mögen die Zielsetzungen noch so verschieden sein, die konsequente Beachtung der Liquiditätsbedürfnisse des Anlegers muss in allen Fällen zur Feststellung führen, welcher Anlagehorizont für einen bestimmten Teil des Anlagevermögens zur Verfügung steht. Neben anderen Faktoren wird über diese Feststellung die Risikofähigkeit definiert. Im Gegensatz zur eher diffusen, subjektiven Risikoneigung jedes einzelnen, ist die Risikofähigkeit damit eher objektiver Natur.
Folgende Faktoren spielen bei unserer Vermögensplanung eine herausragende Rolle:
- Ihr Liquiditätsbedarf im langfristigen Zeitverlauf. Diese Feststellung bildet den Unterbau der Strategie.
- Ihre steuerliche Situation.
- Vorsichtige Renditeerwartungen, die unter den statistisch ausgewerteten Vergangenheitsrenditen liegen.
- Anlagezeiträume, die im Vergleich zu gängigen Empfehlungen sehr grosszügig bemessen sind.
- Unser Glaube, dass die Marktwirtschaft über längere Frist funktionieren kann und damit gewährleistet ist, dass Unternehmen langfristig Gewinnsteigerungen erzielen können. Glaubt jemand nicht an diese Prämisse, so raten wir von jedwelchem Engagement in Beteiligungspapieren ab.
Eine solcherarts ausgearbeitete Strategie orientiert sich nicht primär an der subjektiven Risikoneigung des Anlegers, sondern verstärkt an dessen objektiver Risikofähigkeit. Dadurch wird das Renditepotential des Vermögens bestmöglich genutzt. |
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